Darmstadt. Der südhessische Arbeitsmarkt zeigt sich mit 26.023 Arbeitslosen im November 2011 – das sind über 1.884 weniger als im Vorjahr – weiterhin in einer bemerkenswert soliden Verfassung angesichts internationaler Turbulenzen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,9 Prozent.
„Mit über drei Millionen waren in Hessen noch nie so viele Menschen erwerbstätig wie heute, davon über 2,2 Millionen in sozialversicherten Jobs. Auch in Südhessen beweisen die Unternehmen eindrucksvoll, dass mit den richtigen Rahmenbedingungen, wie sie mit den Arbeitsmarktreformen gesetzt wurden, Beschäftigungsrekorde möglich sind – trotz großer Unsicherheiten angesichts der anhaltenden Schuldenkrise. Immer deutlicher wird jetzt, dass uns nicht die Arbeit, sondern eher die Arbeitskräfte ausgehen. Deshalb müssen alle Chancen für die Sicherung des Fachkräftebedarfs genutzt werden. Die Betriebe wissen, dass die Erfahrung Älterer ein wertvolles Kapital ist. Dementsprechend waren noch nie so viele Ältere beschäftigt wie heute. Alle Beschäftigungspotentiale im Inland zu heben und gleichzeitig im
Ausland verstärkt um Fachkräfte zu werben sind zwei Seiten einer Medaille. Trotz Beschäftigungs¬rekord ist noch mehr Arbeit möglich und nötig“, erklärte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen.
Die Möglichkeiten, noch mehr Arbeitslose, insbesondere auch Hartz-IV-Bezieher, in Arbeit zu bringen, seien noch lange nicht ausgeschöpft. Alleinerziehenden Arbeitslosengeld-II-Bezieherinnen könne sehr schnell und wirksam geholfen werden, wenn die Kommunen umgehend eine ausreichende Kinderbetreuung anbieten würden. „Knappe Kassen dürfen hier nicht als Ausrede benutzt werden, weil die laufenden und noch mehr die Folgekosten von Dauerarbeitslosigkeit uns um ein Vielfaches teurer zu stehen kommen. Ich fordere Land und Kommunen auf, mit einer Sofort-Kinderbetreuung Arbeit für Alleinerziehende zu ermöglichen“, sagte Drechsler. Für mehr und höherwertige Beschäftigung von Migranten sollte das demnächst geltende Berufsanerkennungsgesetz konsequent genutzt werden. Mit einer optimalen Umsetzung in Südhessen, für die das Land verantwortlich sei, könne die Qualifikation von Tau¬senden bisher als ungelernt geltenden Migranten endlich sichtbar gemacht werden.
Das Gesamtangebot offener Stellen in Südhessen beläuft sich auf über 12.000. Die Unternehmen in Südhessen suchen damit mehr als doppelt so viele Arbeitskräfte, als dies die 5.335 bei der Agentur für Arbeit Darmstadt gemeldeten Arbeitsstellen ausweisen, weil die Unternehmen z. B. mit Zeitungsannoncen oder über Internet auch andere Mittel für die Arbeitskräftesuche nutzen.
Reinhold Stämmler
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